170 NPD-Anhänger bei Aufmarsch in Dresden

Rund 170 Neonazis versammelten sich am Sonntagmittag auf dem Dresdner Postplatz. Anlässlich des Jahrestages des Arbeiteraufstandes von 1953 wollte die sächsische NPD-Fraktion den “Helden von ’53 gedenken”. Gegen diese geschichtsrevisionistische Veranstaltung hatte das Bündnis “Dresden1706″ zum Protest aufgerufen.

Foto: mf-art.de

Trotz des alternativen Stadtteilfestes „Bunte Republik Neustadt“ folgten rund 400 Personen dem Aufruf des Bündnisses und versammelten sich am Mittag zu Kundgebungen rund um den Postplatz, auf denen der Protest gegen die Neonazis lautstark geäußert wurde. Aufgrund eines massiven Polizeiaufgebotes, rund 900 Beamte waren im Einsatz, konnte der Aufmarsch der Rechten bis zum Ende durchgesetzt werden. Jedoch kam es an mehreren Stellen zu Übergriffen gegen Gegendemonstranten von Seiten der Polizei. Nach Informationen von “fünfterdritter” wurden am Boden sitzende Menschen von Polizisten getreten, außerdem kam es zu zahlreichen verbalen Auseinandersetzungen. “Dresden1706″ kritisierte in einer Pressemitteilung, “dass die Einsatzleitung der Polizei bereits im Vorfeld ankündigt hatte, notfalls mit Gewalt die Nazi-Demonstration durchzusetzen“.

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Bereits am Vormittag hatten sich rund 30 Nazis bei der städtischen Kranzniederlegung eingefunden. Der Sprecher des Bündnisses gegen den Naziaufmarsch am 17. Juni, Manuel Bergmann, sagte dazu: „Sich von Nazis zu distanzieren während man Schulter an Schulter mit ihnen steht, ist hochgradig unglaubwürdig. Zusätzlich verpuffen die Worte des Bürgermeisters Lehmann, wenn man sieht, welche Mühen die Stadt auf sich genommen hat, um die Nazis marschieren zu lassen“.

Die NPD versucht seit geraumer Zeit, den Jahrestag des Arbeiteraufstandes für ihre Zwecke zu nutzen. So hatten sich bereits im vergangenen Jahr rund 200 Personen einem Aufruf der menschenverachtenden Partei angeschlossen und marschierten durch die Dresdner Innenstadt.

(fd)

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