Neonazi-Szene in Chemnitz

Nicht selten wird Sachsen auch als Nazi-Hochburg oder „Brauner Sumpf“ bezeichnet. Auch in Chemnitz haben sich verschiedene rechte Gruppierungen angesammelt. Dieser Artikel soll einen Überblick zu Organisationen und Personen der rechten Szene in Chemnitz geben.

Die rechte Szene in Chemnitz baut sich über viele verschiedene Organisationen auf. Im Stadtrat ist die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) durch Katrin Köhler vertreten. Ebenfalls im Chemnitzer Stadtrat sitzen die drei Abgeordneten der Partei PRO CHEMNITZ. Die Bürgerbewegung Pro Chemnitz distanziert sich von der Behauptung, eine Partei mit rechter Ideologie zu sein, weißt im Parteiprogramm jedoch einige Gemeinsamkeiten zur NPD auf. „Volkstod“ und „Völkermassen fremder Ethnien, die ins Land geholt werden,“ schließen an den völkisch nationalen Diskurs der NPD an. Diese steht für ein „Sachsen ohne Multi-Kulti“ und den Erhalt der „Heimat“.

In Chemnitz gibt es verschiede Gruppierungen, die der rechten Szene zuzuordnen sind – Freie Kräfte oder auch Kameradschaften. Der Zusammenschluss, welcher am stärksten vertreten ist, sind die Nationalen Sozialisten Chemnitz. Anders als verschiedene Kameradschaften zeigen die NSC sehr viel Öffentlichkeits Präsenz. Sie treten häufig bei Demonstrationen und anderen Veranstaltung auf und haben seit einigen Jahren auch eine Zeitschrift, namens Freies Chemnitz. Weiterhin gibt es in Chemnitz kleinere Organisationen, unter anderem die NS-Boys und die Pennale Burschenschaft Theodor Körner.

Die NS-Boys – „New Society Boys“ – sind eine nationalistisch ausgerichtete Gruppe, ebenfalls wie die Pennale Burschenschaft. Diese richtet sich vorwiegend an Jugendliche und wurde 2002 von einem jetzigen Mitglied von PRO CHEMNITZ, einer weiteren Partei die mit drei Sitzen im Chemnitzer Stadtrat vertreten ist, gegründet. Die Anfang 2012 haben sich die NSC von der NPD abgegrenzt. Es gab zahlreiche Austritte aus der Partei und seit dieser Zeit fanden auch keine gemeinsamen Aktionen mehr statt. Sie untersagten der NPD
außerdem die Mitnutzung des Nationalen Zentrums auf der Markersdorfer Straße. Dieses Gebäude wurde 2010 von Yves Rahmel gekauft. Yves Rahmel betreibt den Laden PC Records. PC Records ist jedoch nicht nur ein Laden, sondern auch noch ein Musiklabel. So wurden von diesem Label schon verschiedene, bei Neonazis beliebte, Musik vertrieben. Unter anderem von den Bands Blitzkrieg oder Brutal Attack. Außer PC Records gibt es noch verschiedene andere Läden in Chemnitz, welche als Anlaufpunkte für Rechte gelten. So zum Beispiel der Laden Tønsberg auf dem Brühl, welcher die Modemarke Thor Steinar vertreibt. „Thor Steinar“-Klamotten werden auch im Laden „Waffen Army Shoes“ verkauft, welcher sich auf der Theaterstraße im Chemnitzer Stadtzentrum befindet.

Ein weiterer Punkt, welcher das vorhandensein einer vernetzten Neonazi-Szene in Chemnitz beweist, sind die Aktivitäten der „Zwickauer Terrorzelle“. Durch die Unterstützung der lokalen Neonazi-Szene fanden Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hier Schlafplätze. Während mehrer Banküberfälle erbeuteten sie in verschiedenen Chemnitzer Banken Geld, mit dem sie sich das „Leben im Untergrund“ finanzieren konnten. Chemnitz diente dem Trio viele Jahre als sicheres Versteck.

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