„Die Wiederkehr des Schildes“ – Erneuter Protest gegen Thor Steinar-Filiale

Das „Bündnis Bunter Brühl“ hat den Protest gegen den Klamottenladen „Tønsberg“ am Montagabend fortgesetzt. Einige Dutzend Menschen versammelten sich auf dem Chemnitzer Brühl, um an der Aufstellung eines neuen Schildes teilzunehmen.

"geöffnet von 1933 - 1945" - Das neue Schild vor dem Thor Steinar-Laden in Chemnitz

Eine erste Version des Schildes wurde im Mai 2012 aufgestellt und trug ebenfalls die Aufschrift „geöffnet von 1933-1945“, welches auf die Nähe zur rechten Szene aufmerksam machen soll. Der Laden vertreibt die bei Neonazis beliebte Modemarke „Thor Steinar“, die als Erkennungsmerkmal der Szene gilt.

„Solang es den Laden gibt, solang gibt es hier auch Protest“, verkündete SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied des „Bündnis Bunter Brühl“, Hanka Kliese. Neben ihr hielt auch der Landesvorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen, Volkmar Zschocke, eine kurze Rede anlässlich der „Wiederkehr des Schildes“. Darin betonte er, dass sich der Kampf gegen Rechts nicht auf Demos beschränken dürfe. „Ich habe mich sehr über die rege Beteiligung an den Demonstrationen am 5. März gefreut. Jedoch darf der Erfolg nicht von den bestehenden Problemen im Alltag ablenken“, so der 43-jährige.

Augen auf beim Kleiderkauf – Ladenschluss für Tønsberg, Waffen-Army-Shoes und Backstreet Noise! (Volkmar Zschocke)

Dass es bereits während der Einweihung des neuen Schildes zu kleineren Vorfällen kam, bestätigte die Worte von Zschocke. Eine ca. 20-jährige Frau beleidigte einige der Veranstaltungsteilnehmer als „Hetzer“. Eine weitere Person, welche aus dem im selben Haus befindlichen Hotel Elisenhof auf die Straße trat, kritisierte die öffentlichkeitswirksame Arbeit des Bündnisses als „schädlich“.

Einweihung des Schildes im Mai 2012 (Archivbild)

Uwe Dziuballa bei der Einweihung im Mai 2012 (Archivbild)

Der Laden eröffnete vor rund einem Jahr unter dem Namen „Brevik“. Da dieser an den norwegischen Massenmörders „Anders Breivik“ erinnerte, hagelte es damals weltweit Kritik, worauf die Filiale in „Tønsberg“ umbenannt wurde. Mitte März 2012 demonstrierten Hunderte gegen das Szenegeschäft.

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