Der 5. März 2012 – Eine chronologische Übersicht

15:45 Uhr – Hauptbahnhof

Die ersten Demonstranten finden sich zur Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz ein. Die Polizei hat diesen mit Gittern umstellt und führt Personenkontrollen durch.

16:15 Uhr – Hauptbahnhof

Etwas verspätet startet die Kundgebung. Nach zwei Reden kommt es dann gegen 16:30 Uhr zum ersten musikalischen Act des Tages – KRAFTKLUB. Die Chemnitzer Band, die Anfang des Jahres mit ihrem Debutalbum „Mit K“ auf Platz 1 der Charts landete, gibt ein Mini-Konzert für alle Demonstranten und Demonstraninnen – und sorgt gleich für gute Stimmung.

17:30 Uhr – Hauptbahnhof

Rund 2500 Menschen starten am Hauptbahnhof zur Demonstration. Als der Zug den Johannisplatz erreicht, teilt sich die Demo: Ungefähr 1000 von ihnen biegen auf die Zschopauer Straße und laufen diese stadtauswärts, um näher an die Nazi-Route zu kommen.

18:15 Uhr – Südbahnhof

Rund 200 Nazis stehen jetzt vor dem Chemnitzer Südbahnhof. In der Innenstadt sind viele kleine Nazi-Gruppen unterwegs, die sich noch auf dem Weg zum Treffpunkt befinden. Die Neonazi-Route wurde von der Polizei vollständig mit „Hamburger Gittern“ abgeriegelt und mit Einsatzwagen zugeparkt, Blockadeversuche sind so gut wie unmöglich.

18:45 Uhr – Lutherstraße

Zahlreiche Gegendemonstranten haben sich an der Ecke Bernsdorfer Straße/Lutherstraße eingefunden. Laut der vermuteten Route werden die Nazis demnächst an dieser Stelle vorbei laufen.

19:05 Uhr – Südbahnhof

Die Nazis laufen jetzt mit Fackeln und schwarzen Fahnen in den Händen los. Zunächst laufen sie die Reichenhainer Straße stadtauswärts, wo sie lautstark von 100 Gegendemonstranten empfangen werden, die ursprünglich der StuRa-Demo angehörten.

19:30 Uhr – Lutherstraße | Turnstraße

Begleitet von zahlreichen Einsatzwagen der Polizei, laufen die Nazis an den rund 500 Gegendemonstranten an der Ecke Bernsdorfer Straße/Lutherstraße vorbei. Es fliegen Eier und Tetrapaks in Richtung Nazi-Aufmarsch.
Angekommen an der Ecke Turnstraße stoppt der „Trauermarsch“. Während ihrer Zwischenkundgebung wird ein kurzer Film gezeigt, außerdem halten Simon Richter und Maik Müller eine Rede. Verständlich ist diese nicht, da sich auch an diesem Punkt Hunderte Gegendemonstranten eingefunden haben.

19:30 Uhr – Moritzhof

Zur ursprünglichen Demo, die am Chemnitzer Hauptbahnhof startete, stoßen jetzt zahlreiche Menschen hinzu, die vorher bei den Friedensveranstaltungen der Stadt auf dem Neumarkt waren. Martin Dulig und Klaus Bartl melden eine Spontandemo an, die vom Moritzhof über die Moritzstraße in Richtung Ritterstraße laufen soll.

20:15 Uhr – Ritterstraße

Auch in Höhe des ehemaligen Wohnprojektes „Reba“ gibt es lautstarke Proteste gegen die Nazis. Rund 1000 haben sich hier zusammengefunden, „Nazis Raus“-Rufe schallen durch die Chemnitzer Innenstadt.

20:30 Uhr – Annenstraße | Weltecho | Gustav-Freytag-Straße

Auch auf den anderen Seitenstraßen, die zur Nazi-Route führen, haben sich Gegendemonstranten eingefunden. Vor dem Weltecho auf der Annaberger Straße stehen ein Wasserwerfer und ein Räumpanzer bereit. Die Polizei verhindert den Protest in Hör- und Sichtweite zur Nazi-Demo auch hier mit Gittern, Autos und Pferden.

21:00 Uhr – Südbahnhof

Die Nazis haben ihre Route beendet. Aufgrund des lautstarken Protestes kann von einem „Schweigemarsch“ jedoch keine Rede sein. Auch wenn die Neonazis ihre geplante Strecke laufen konnten, rund 3500 Menschen setzten ein starkes Zeichen gegen die menschenverachtende Ideologie der Rechten!

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